Romblon 2016

Romblon 2016

Schnellmalgekocht goes Südost-Asien, goes Romblon. Wir wollten am Ende des Jahres 2016 nochmal einen Tauchurlaub machen und dorthin, wo es auch Ende November noch schön warm und sonnig ist. Wenn man Taucher ist, muss man in der Regel auf spezielle Reisebüros zurückgreifen. Die haben eine breite Auswahl an Hotels mit angeschlossenen Tauchbasen und können Empfehlungen aussprechen. Ein erster Anruf in einem Reisebüro speziell für Tauchreisen ergab, dass wir Südost-Asien als grobes Ziel haben.

Dann begann eine schwierige Zeit für uns und die Frau vom Reisebüro. Wir mussten uns zuerst für ein Land entscheiden. Das war schwieriger als gedacht, denn neben Indonesien und den Philippinen gibt es noch Thailand und Malaysia als mögliche Reiseziele.

Während vom Reisebüro eine Mail nach der anderen mit ganz vielen tollen Vorschlägen und Angeboten in unser Postfach flatterte, ging uns ein Hotel nicht aus dem Sinn. Vor Jahren hatten uns Margot und Max (ein befreundetes Taucherpaar) ein Hotel auf den Philippinen empfohlen und ans Herz gelegt. Das The Three P Resort liegt auf der Insel Romblon in der Provinz Romblon. Es wird von den 3 Brüdern Patrick, Peter, Philipp und Philipps Frau Kati geleitet.

Romblon 2016

Die Provinz Romblon liegt im Sibuyanmeer etwa 350 km südlich von Manila, im Westen grenzt sie an die Tablas-Straße.

Wir sind regelmäßig auf der Messe Boot in Düsseldorf, die einmal im Jahr im Januar stattfindet. Dort waren wir jedes Jahr auch am Stand vom The Three P Resort und haben uns mit Kati unterhalten. Wir waren schon immer Feuer und Flamme für das Tauchgebiet und waren mehrmals kurz davor das Hotel zu buchen.

Das einzige, was uns immer wieder abgehalten hat war die Anreise, die ziemlich lange dauert.

Am Ende haben wir uns dann für die Philippinen und für das The Three P Resort entschieden und soviel können wir Euch hier schon einmal verraten: Es war absolut richtig diese Entscheidung so zu treffen.

Flug 1

Am 19.11.2016 ging es für uns also zum Flughafen Frankfurt und von dort aus um 11:40 Uhr mit einem A380 von Singapore Airlines zuerst nach Singapur. Wir sind bisher schon mit Lufthansa, Ryan Emirates, Quatar Airways und diversen amerikanischen Airlines geflogen, aber Singapore Airlines war die bisher beste Airline, mit der wir geflogen sind. Wir hatten uns, gegen einen kleinen Aufpreis die Notausgangssitze reserviert und hatten dementprechend 2 Meter Beinfreiheit und keine Sitzreihe vor uns. Schon beim Einchecken wurden wir von einem sehr freundlichen Mitarbeiter einer kleinen Englischprüfung unterzogen, damit wir im Notfall den Anweisungen des Kabinenpersonals Folge leisten können. Die Prüfung beinhaltete die Frage nach der schönsten Stadt auf der Welt und unsere einhellige Antwort „Sporkenheim!“ fand auf der anderen Seite des Schalters keine volle Zustimmung (ok, Mainz ist auch schön).

Der Flug von Frankfurt nach Singapur war entspannt, das Kabinenpersonal sehr freundliche und zuvorkommend und wir haben direkt den Flug mit 2 Singapore Slings begonnen und zum Essen hatten wir einen Rotwein.

Während der Nacht bin ich dann nach einem Film und einem kurzen Nickerchen eine Runde durch das Flugzeug gelaufen und dabei fiel mir auf, dass die Stewardess ziemlich viele leere Weinflaschen entsorgte. Auf meine verwunderte Nachfrage, wer denn hier so viel Wein getrunken hat gab sie mir die Antwort, dass auf Singapore Airlines Flügen von und nach Frankfurt und Zürich immer die doppelte Menge Wein an Bord ist, da auf diesen Flügen deutlich mehr Wein getrunken wird als sonst.

Der restliche Hinflug nach Singapur verlief ohne Probleme und wir sind am nächsten morgen gegen 6:30 Uhr sicher gelandet. Der Flug dauerte gute 13 Stunden.

Flug 2

In Singapur hatten wir nur knapp 2 Stunden Aufenthalt und damit nich so viel Zeit den Flughafen zu erkunden, da wir auch noch das Terminal gewechselt haben. Das klappt am Flughafen ohne Probleme, alles ist sehr gut ausgeschildert. Von Singapur aus ging es mit Silk Air dann, mit einem Zwischenstopp in Cebu, nach Kalibo. Dort angekommen erinnerte uns der Flughafen an den Malé International Airport auf den Malediven. Klein, übersichtlich und mit vielen freundlichen Angestellten, die einem gerne weiterhelfen.

Busse und Boote nach Romblon

Nach nunmehr ca. 21 Stunden Reisezeit wartete am Ausgang des Flughafens ein Fahrer auf uns, der uns vom Flughafen zum Hafen von Caticlan gefahren hat. Diese Tour dauerte dann ca. 90 Minuten. Am Hafen von Caticlan (der eigentlich mehr ein Strand als ein Hafen ist) angekommen warteten wir auf das Boot, was uns vermeintlich nach Romblon bringen sollte. Wir fuhren knappe 2 Stunden und legten am Pier einer Insel an, von der wir beide dachten, dass das nun Romblon sein müsse. Müde und erschöpft gingen wir nun also vom Boot und wurden am Pier schon von einem Fahrer erwartet, der uns (so glaubten wir es zumindest) in das Hotel fahren sollte. Das nun folgende Gespräch werden wir nie vergessen:

Fahrer: Hello! My name is Sunday and i will drive you to San Augustine, where a boat will bring you to the next island.

Frank: Hello Sunday! My name is Frank and i think there is a bit of a misunderstanding. We will stay here on Romblon at The Three P Hotel.

Fahrer: Oh, you think this is Romblon? No my friend, this isn´t Romblon. This island is Tablas. There is another boat trip ahead for you to Romblon, but it is only an approximately 45 minutes boat trip.

Frank: WTF?!?!?

Bei der Anreise stand, dass selbige mit Bus und Boot vom Flughafen aus erfolgt. Allerdings stand nirgendwo, dass es nur ein Bus und ein Boot sein werden. Davon sind wir allerdings irgendwie ausgegangen.

Der große und der kleine Hafen von San Augustin

Ok, also in den nächsten Bus, der uns in ca. 90 Minuten mitten durch unberührte Natur und über nicht immer asphaltierte Straßen in den Hafen von San Augustin auf Tablas bringen sollte. Dort angekommen konnten wir kurz die Toiletten im Warteraum des Hafens aufsuchen und fragten nach unserem Boot. Die Antwort von Sunday verwirrte uns im ersten Moment, da er uns erklärte, dass wir schon nach 19 Uhr haben und die Boote nach 19 Uhr nicht mehr in den „großen Hafen“ einlaufen dürfen. Das wäre allerdings kein großes Problem, denn wir könnten einfach zum „kleinen Hafen“ fahren. Der kleine Hafen stellte sich dann allerdings als schräge Kaimauer an der Landstraße heraus, in die eine kleine und sehr nasse Treppe eingehauen war.

Das Boot lag schon an der Mauer im Wasser und eine Art Hühnerleiter führte vom Fischerboot (ca. 6 Meter Länge, ohne Kabine, ohne Sitze, ohne stationäre Beleuchtuung) auf die nassen und steilen Stufen der Treppe des „kleinen Hafens“. Wir waren leider beide zu erschöpft und müde (nach ca. 26 Stunden Reisezeit), um Bilder von dieser Konstruktion zu machen. Ein Blick auf die Hühnerleiter und danach ein Blick zu unserem Rucksack, in dem sich neben dem Macbook und der DSLR noch die Kompaktkamera für die Unterwasserbilder, weiterer Elektronikkram für die Unterwasserbilder und das Mobiltelefon befunden haben ließ uns ein wenig nervös werden. Zumal die Wellen, die an die Kaimauer für unser Befinden ein wenig zu hoch waren und das Boot und die Leiter schwanken ließen.

Bootsfahrt und Biolumineszenz

Am Ende waren unser Gepäck und wir auf den Boot und wir machten es uns auf der Motorabdeckung gemütlich. Ein unvergleichliches Schauspiel war es, als die Ausleger des Bootes während der Fahrt immer wieder auf das Wasser  schlugen und das Phytoplankton blau zum Leuchten brachten. Dieses wurde nur ca. alle 30 Sekunden vom Einschalten der Taschenlampe der Besatzung unterbrochen, um andere Fischerboote auf dem Meer auf uns aufmerksam zu machen. Die Überfahrt sollte dann doch ca. 2 Stunden dauern. Am Ende unserer Reise kamen wir im Hafen von Romblon an und wurden mit dem Tricycle ins Hotel gebracht (es war ca. 22:30 Uhr Ortszeit). Im Hotel angekommen wurden wir von Philipp erwartet. Der brachte uns auf unser Zimmer und es gab noch ein kleines Abendessen. Wir vereinbarten für den nächsten morgen den ersten Tauchgang.

Tauchen auf Romblon (Makroparadies)

Das Tauchen auf Romblon war eine einmalige Erfahrung für uns. Bisher waren wir beim Tauchen immer den großen Fischen auf der Spur und haben auch schon ein paar von Ihnen bewundern dürfen (Walhai, Mantas, Adlerrochen, Tunfische, verschiedene Haie). Das größte an den um Romblon gelegenen Tauchplätzen von uns gesichtete Tier war eine Meeresschildkröte.

Ansonsten haben wir nur „Die kleine Scheisse“ (Zitat Carl-Johan) gesehen und im Makrobereich sucht Romblon seinesgleichen.
Bei den Tauchausflügen wird viel Wert auf die Wünsche der Taucher gelegt. Ihr wollt die berühmte und unter Tauchern als der heilige Gral der Nacktschnecken bezeichnete Phamtom-Schnecke (Melibe colemani) sehen? Kein Problem! Oder soll es lieber die „Shaun das Schaf Schnecke“ (Costasiella kuroshimae) sein? Ihr werdet sie sehen! Ihr wollt zu einem Tauchplatz an dem niemals vor Euch auch nur ein Mensch tauchen war? Logisch!

Es gab keine unerfüllten Wünsche und es gab immer was zu lachen auf dem Boot (Zitat Philipp: „Ihr wollt ein ausführliches Briefing vor dem Tauchgang? Ok. Wir springen jetzt hier rein, jeder kämpft für sich und dann kommen wir irgendwann wieder hoch. Reicht das?“). Die Oberflächenpausen verbrachten wir regelmäßig in der Marlin Bar, in der wir auch abends mal waren, wenn wir nicht im Hotel saßen.

Hier mal ein paar eigene Fotos, die nur einen ganz kleinen Ausschnitt von Romblons Unterwasserwelt zeigen:

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Romblon über Wasser

Aber Romblon hat nicht nur unter dem Meeresspiegel viel zu bieten. Auch über Wasser gibt es viel zu sehen und zu entdecken. Alleine die Haupstadt der Insel Romblon ist immer wieder einen Besuch wert, bei dem man die verschiedensten Eindrücke sammeln kann. Wir haben die Bewohner Romblons durchweg als extrem freundlich und aufgeschlossen kennengelernt. Egal, ob wir gerade mit dem Tricycle unterwegs waren, oder durch Romblon spazierten. Nahezu überall wird man freundlich gegrüßt und die Menschen freuen sich sehr, wenn man sie fotografiert. Wir kamen mit vielen Einheimischen und auch mit vielen Auswanderern in Kontakt.

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Ein unvergessliches Erlebnis hatten wir mit Tim, einem Farmer aus England. Dieser ist immer mal wieder für mehrere Wochen im Jahr auf Romblon und bewegt sich mit einem Jetski fort. Dieser Jetski hat 180PS und lag eines morgens vor der Marlin Bar, als wir dort mit dem Boot zur Oberflächenpause ankamen. Philipp und ich wollten unbedingt mit dem Jetski fahren und es bedurfte allerlei taktischen Geschickes von Philipp Tim die Schlüssel zu entlocken. Dann starteten wir zu einer tollen und bis zu 85 km/h schnellen Ausfahrt, an deren Ende wir beide das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekamen.

Wir trafen Tim dann nochmal am Ende unseres Urlaubes und er nötigte mich quasi den Jetski nochmal zu fahren. Widerwillig stimmte ich zu und hatte nochmal jede Menge Spaß.

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Inseltour und Sehenswürdigkeiten

Eine private Inseltour mit Oscar gehörte zu den Highlights unseres Urlaubes (dem Teil, der oberhalb des Meeresspiegels stattfand). Die Tour führte uns einmal komplett um die Insel und Oscar zeigte uns die schönsten und interessantesten Stellen der Insel. Wir gingen einen extrem steilen Trampelfad zu einem versteckten kleinen „See“ und sahen uns kleine Wasserfälle an. Die Tour führte uns auch zum Leuchtturm der Insel. Von hier aus hat man einen wahnsinnig tollen Blick auf das Meer. Weiter ging es zu Betrieben die Marmor verarbeiten (Romblon ist berühmt für den Marmorabbau und die -verarbeitung). Wir haben auch das alte Fort San Andres besucht und die schönen Strände rund um Romblon.

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Wir können sagen, dass Romblon eine Insel mit ganz viel Charme ist, gerade weil der Tourismus hier noch nicht angekommen ist. Überall auf der Insel wurden wir offen und herzlich empfangen und es war sehr leicht mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Wir haben viele tolle Eindrücke mit nach Hause genommen und die waren die Reisestrapazen wirklich wert. Die 3 P (Patrick, Peter und Philipp) haben, zusammen mit Kati, hier ein idyllisches und familiäres Hotel mit einer tollen Tauchbasis geschaffen. Es hat eine ausgezeichneten Küche (David sei Dank) und tolles Personal.

Wir würden definitiv wieder nach Romblon fliegen.

Wenn Ihr jetzt auch Lust auf Urlaub auf Romblon habt, dann findet Ihr das Hotel hier:

Hotel The Three P

 

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