Lagerfeuer-Kochkurs bei Carsten Bothe

Lagerfeuer-Kochkurs bei Carsten Bothe

Die meisten von Euch haben bestimmt den Namen Carsten Bothe schon gehört. Carsten ist bekannt als Autor vieler ganz toller Bücher über das Thema Grillen, Kochen und Backen auf offener Flamme, er bietet aber auch seit Jahren die sehr erfolgreichen Lagerfeuer-Kochkurse an. Die Kurse sind jedes Jahr innerhalb kurzer Zeit ausgebucht und es gibt für jeden Kurs Wartelisten. Wir haben mittlerweile einige der Bücher von Carsten im Bücherregal und auch schon zwei von ihnen vorgestellt. Hier kommt Ihr zu den Rezensionen

Für uns war der Lagerfeuer-Kochkurs bei Carsten und seinem Team schon immer ein Traum. Deswegen haben wir uns auch riesig gefreut, als Carsten uns gefragt hat, ob wir an einem der Kurse teilnehmen wollen. An dieser Stelle vielen lieben Dank Carsten, wir haben uns riesig gefreut!

Anreise nach Bockenem und erstes Kennenlernen

Unser Wochenende in Bockenem begann mit der Anreise am Freitag. Wir kommen ja aus dem Rhein-Main-Gebiet und sind deshalb etwas früher losgefahren, den Feierabendverkehr in der Frankfurter Ecke wollten wir auf jeden Fall vermeiden. Nach ca. 4 Stunden Anreise sind wir dann in Bockenem von der A7 abgefahren und unser erster Weg führte uns in die von uns gemietete Ferienwohnung bei Frau Hoffmeister in Bockenem-Störy. Wer von Euch den Lagerfeuer-Kochkurs in der Zukunft besucht, sollte sich bei Frau Hoffmeister melden.

Hier ist der Link zu ihrer Homepage.

Die Ferienwohnung liegt in Laufweite zur Lagefeuer-Kochschule (es sind ca. 600 Meter zu Fuß) und ist schön eingerichtet. Sie bietet Platz für bis zu 6 Personen. Die Ferienwohnung können wir Euch uneingeschränkt empfehlen.

Bevor der Kurs beginnt verschickt Carsten eine Mail an alle Teilnehmer mit vielen nützlichen Informationen. In dieser Mail steht auch, dass sich die Teilnehmer bereits am Freitag in einer Gaststätte im Ort zum Abendessen und zum ersten Kennenlernen treffen können. Auch Carsten ist nach Möglichkeit auch vor Ort und wir finden das Kennenlernen vor dem Kurs wirklich toll. Am Tag des Kurses kennt man schon einige Teilnehmer und die erste”Kennenlernphase” entfällt somit. Man kennt sich und kann direkt mit dem Kurs starten, ohne dass es zu einem gegenseitigen “Abtasten” kommt. Wenn Ihr also die Möglichkeit habt schon freitags anzureisen, solltet Ihr das unbedingt machen!

Der Lagerfeuer-Kochkurs beginnt

Am Samstag haben wir uns dann um 9:15 Uhr auf den Weg gemacht, damit wir um 9:30 Uhr in der Lagerfeuer-Kochschule eintreffen. Wir wurden sehr nett auf Carstens Hof empfangen und konnten uns dann auch direkt anmelden. Jeder Teilnehmer bekommt eine Schürze, ein Handtuch, ein Rezeptheft mit allen Rezepten des Kurses und ein Namensschild. Das Namensschild ist wirklich hilfreich, denn wir konnten uns die ganzen Namen nicht auf Anhieb merken. Die Schürze dürfen alle Teilnehmer nach dem Kurs behalten.
Was uns als Rheinhessen sehr entgegen kommt ist, dass sich alle beim Kurz mit Du anreden. Das erleichtert einiges und schafft insgesamt eine lockere und persönliche Atmosphäre.

Der Kurs beginnt dann um 10 Uhr und Carsten begrüßt mit seinem ganzen Team erst einmal alle Teilnehmer, erklärt die Örtlichkeiten, die einzelnen Feuerstellen und den Ablauf des Tages. 

Die meisten Teilnehmer kannten sich ja schon vom vorherigen Abend und so ergaben sich schnell Fachgespräche über das, was uns an diesem sonnigen Samstag beim Lagerfeuer-Kochkurs so alles erwartet.

Über den gesamten Tag gab es kalte und warme Getränke und zwischendurch immer auch mal wieder eine kleine Verdauungshilfe.

Trapperfrühstück

Da wir wussten, dass der Kurs mit einem Trapperfrühstück startet hatten wir morgens noch nichts gegessen und sind dementsprechend mit einem leichten Hungergefühl in den Kurst gestartet. Das Trapperfrühstück bestand aus Bohnen, die Carsten und sein Team am vorherigen Abend im Erdofen angesetzt hatten (Bohnen, die über eine so lange Zeit garen sind einfach unnachahmlich lecker!), aus Spiegeleiern, Bacon und Pfannkuchen, die mit einem Natursauerteig angesetzt waren. Es gab immer eine Pfanne pro zwei Personen und dann konnten wir unser eigenes Trapperfrühstück auf dem Lagerfeuer zubereiten.
Wir haben schon lange kein so leckeres Frühstück mehr gegessen. Dazu gab es Kaffee aus dem Perkolator direkt von der Glut. Das Frühstück war ein super Einstieg in den Tag und das erste von wirklich unzähligen Lagerfeuer-Gerichten, die wir zubereitet haben.

Asado vorbereiten

Es ging dann nach dem Frühstück auch ohne große Umschweife direkt weiter mit dem nächsten Punkt und der war eines von vielen Highlights für uns. Das Asado stand auf dem Plan. Asado ist der Oberbegriff für eine auf dem Grill, oder am Feuer zubereitete Speise in Südamerika und wir wussten, dass bei den Lagerfeuer-Kochkursen ein Spanferkel am offenen Feuer gegrillt wird. Carsten hat uns ausführlich und anschaulich erklärt, wie das Spanferkel für den großen Spieß vorbereitet wird und die einzelnen Schritte durften die Teilnehmer unter seiner fachkundigen Anleitung selbst durchführen.
Nach der Vorbereitung wurde das Spanferkel gesalzen und auf dem Spieß angebracht und festgebunden und dann kam es auch schon ans Lagerfeuer. Das Spanferkel war dann auch das vorletzte Gericht, was wir abends gegessen haben. Das letzte Gericht war ein Smokerbraten, der ab 8 Uhr auf dem Smoker Platz genommen hatte, dazu aber später noch mehr.
Gegenüber des Spanferkels nahm dann noch ein Picanha (Tafelspitz mit Fettschicht) seinen Platz am Lagerfeuer ein.

Kochen auf der Glut

Kochen direkt auf der Glut war für uns eine neue Erfahrung. Bisher hatten wir zwischen der Glut und dem Grillgut immer etwas dazwischen, einen direkten Kontakt gab es nicht. Aus diesem Grund waren wir sehr neugierig darauf wie das Ganze funktioniert und vor allem wie das Ergebnis dann schmeckt.

Gemüse

Carsten hat dann zuerst mit verschiedenen Gemüsen begonnen und hat nacheinander Paprika, einen Kürbis, Knoblauch und eine Aubergine in die Glut gelegt und wir waren schon nach wenigen Minuten skeptisch, denn die Paprika änderte ihre Farbe schnell von leuchtend rot auf extrem schwarz. 
Danach wurden ein paar Champignons von Carsten vom Stiel befreit und mit Kräuterbutter gefüllt. Die hat er dann auch direkt auf die Glut gelegt und viele der Teilnehmer hatten einen ähnlich ungläubigen Gesichtsausdruck wie wir. Nach den Pilzen hat er ein Entrecôte in flache Steaks geschnitten und einen Teil direkt auf die Glut gelegt und einen anderen Teil auf gusseiserne Stapelroste, die direkt auf der Glut lagen. Zum Schluss kam noch eine aufgeschnittene Banane auf die Glut, die mit Schokolade gefüllt war.

Wir konnten nach und nach alle der oben aufgeschriebenen Lebensmittel probieren und waren begeistert. Die Paprika war vollkommen schwarz, aber nachdem Carsten die oberste Haut der Paprika in einem Eimer mit Wasser entfernt hatte kam eine saftige angenehm weiche Paprika zum Vorschein, die geschmacklich richtig toll war. Mit dem Röstknoblauch haben wir eine Art Bruschetta gemacht, indem wir den weichen Knoblauch auf einer Scheibe Baguettebrot verteilt haben und mit Lagerfeuer-Spießen knusprig gegrillt haben. 
Der Kürbis brauchte ein wenig länger und während er noch auf der Glut lag, haben wir die Champignons, die Aubergine, die Banane und die Steaks probiert. Einzig das Steak direkt von der Glut war uns ein wenig zu ursprünglich vom Geschmack her, ansonsten war alles wirklich richtig lecker.  
Nach der ersten Vorführung wurde auf den vielen vorhandenen Feuerstellen das Gemüse und auch die Steaks von den Teilnehmern noch einmal selbst gegrillt und probiert. 

Nach dem Gemüse ist vor dem Gemüse

Nachdem die erste Ladung Gemüse vertilgt war hat Carsten Kartoffeln und Zwiebeln unter der Glut vergraben und wir haben die Hitze ihre Arbeit machen lassen. Als wir das Gemüse ca. 4 Stunden später aus seinem Glutbett befreit haben (es war etwas in Vergessenheit geraten) war es immer noch richtig lecker und genau richtig gegart (die abnehmende Hitze im Glutbett über dem Gemüse war hierbei sicherlich hilfreich).

Forelle direkt auf der Glut

Ein weiteres Highlight für uns war die Forelle direkt von der Glut. Die frische, ausgenommene Forelle wird einfach ohne weitere vorbereitende Schritte auf die Glut gelegt. Wichtig dabei ist, dass der Rücken des Fisches immer zur Glut zeigt, denn da ist der Fisch dicker und braucht entsprechend mehr Hitze, oder längere Zeit. Nach kurzer Zeit kann man die Forelle dann wenden, so dass der Rücken immer noch zur Glut zeigt und nach ein paar weiteren Minuten ist die Forelle dann auch schon gar.
Die Haut wird entfernt und die Forelle filetiert. Der Fisch war richtig lecker und das vollkommen ohne Gewürze!

Flammlachs

Flammlachs gibt es mittlerweile auf vielen Festen und Veranstaltungen und auch immer mehr auf privaten Feiern oder Grillabenden. Das hat auch die Industrie bemerkt und mittlerweile gibt es fertige Flammlachsbretter im Handel inklusive Halterung und stufenloser Neigungseinstellung.
Dass es auch ohne hochpreisiges Zubehör geht hat und Michael gezeigt. Die Lachshälfte wurde mittels unverzinkter Nägel auf ein Naturholzbrett befestigt, gewürzt (2 Teile Pfeffer, 2 Teile Wacholder und 1 Teil Salz) und dann vertikal am Feuer aufgebaut. Das Brett kann mehrfach verwendet werden und der Lachs schmeckt genauso gut wie von den high-tech Brettern.

Smoker

Die nächste Einheit begann mit einer Einführung in die Welt der Smoker und wie sie funktionieren. Über die Brennkammer, den Garraum bis hin zum Räucherturm erklärte Carsten uns wie ein Smoker funktioniert und wie man die Temperatur am einfachsten steuern kann. 
Damit die Praxis nicht zu kurz kommt haben wir dann klassische Spareribs nach der 3-2-1 Methode geräuchert und in den Räucherturm kamen noch 3 Forellen. Der Smokerbraten war ja schon seit 8 Uhr auf dem Smoker und komplettierte das Trio.

Pizza oder Bratwurst, das ist hier die Frage

Beim nun folgenden Block wurden die Teilnehmer vor eine schwierige Wahl gestellt. Möchtet ihr lieber Pizza aus dem Holzbackofen machen, oder selbst eine Bratwurst herstellen und grillen.
Wir haben uns einfach aufgeteilt und uns zwischendurch abgewechselt. Da wir schon selbst Bratwurst gemacht haben und auch öfter mal eine Pizza auf den Grill werfen waren die beiden Themen nicht ganz neu für uns. 

Bei der Bratwurst wurden die Teilnehmer von Carsten Schritt für Schritt angeleitet, das begann bei der richtigen Zusammensetzung des Fleisches für die Bratwurst und dem Verhältnis von fettem zu magerem Fleisch, ging über die Würzung zum Vorschneiden vom Fleisch. Dann wurde das Fleisch gewürzt, durch den Fleischwolf gelassen und mit dem Wurstfüller in den Darm gefüllt. 
Nachdem die Würste soweit fertig waren wurden sie von Rainer perfekt gegrillt. Hier noch einmal ein Kompliment an den Griller!

Pizza, Pane, Torta

Für die Pizzabäcker hat Michael alles notwendige erklärt, von der Teigherstellung, über den Belag bis hin zur richtigen Position im Holzbackofen. 
Es wurden wirklich viele Pizzen belegt und im Ofen perfekt gebacken. Alle Teilnehmer konnten sich durch die verschiedenen Pizzen probieren und alle waren lecker.
Unser Highlight war der selbstgebaute Pizzadreher, der aus einem Besenstiel und einem eingeschlagenen Nagel bestand. Wir konnten damit jede Pizza ohne Mühe drehen. Der wird zuhause nachgebaut!
Im Anschluss an die Pizza kamen dann auch noch ein Brot und ein unglaublich leckerer Zuckerkuchen in den Holzbackofen. Auch der Brotteig und wie man ihn zu einem schönen Laib formt wurde uns von Michael anschaulich erläutert.

Ente am Strick

Da wir das Picanha mittlerweile vom Feuer geholt und probiert hatten gab es eine Lücke am Lagerfeuer zu füllen. Eine ganz tolle Idee für ein leckeres Gericht hat Carsten uns dann anschaulich erklärt. Es gab eine Ente am Strick. Dabei wird die Ente mit einer Wickeltechnik und Holzspießen so verschnürt, dass wir sie drehend neben dem Feuer garen konnten. Wir mussten nur immer darauf achten, dass die Ente niemals stehen bleibt, denn dann würde nur eine Seite der Ente gegart und bekäme deutlich mehr Strahlungshitze ab als die andere Seite. Die Ente war wirklich köstlich und wir werden sie mit Sicherheit genau so mal machen.

Zeit für den Dutch Oven

Nun wurde es Zeit für den Dutch Oven. Grundsätzlich kann man ja in den gußeisernen Töpfen alles machen und wir haben auch bei uns eine eigene Dutch Oven Kategorie auf der Homepage. Carsten lernte das Kochen mit den “Gußpötten” auf seinen ausgedehnte Reisen zu den Trappern nach Amerika. Hier entstand auch die Grundlage für die vielen Bücher über den Dutch Oven, die Carsten mittlerweile geschrieben hat. 
Nach einer kurzen Einführung zur Geschichte des Dutch Oven ging es auch direkt mit zwei wirklichen Dutch Oven Klassikern los. 
DER Klassiker schlechthin und für alle neuen Dutch Oven Besitzer das erste Gericht ist das Schichtfleisch und das wurde von den Teilnehmern unter fachkundiger Anleitung von Michael vorbereitet.

Nebenan zeigte Carsten, wie man leckere Zimtschnecken im Dutch Oven macht. 

Während die beiden Dutch Oven Gerichte in den Pötten garten hat Carsten uns ein einfaches, richtig leckeres und schnell zubereitetes Gericht für viele Gäste gezeigt. Es gab eine Schweinefiletpfanne Bernaise. Dazu haben wir Schweinelenden in etwas größere Gulaschstücke geschnitten und in der Pfanne angebraten. Dann haben wir nacheinander Pilze und Zwiebeln in der Pfanne angebraten, alles wieder in die Pfanne gegeben und mit einer Sauce Bernaise erwärmen. Die Pfanne schmeckt richtig gut und Ihr könnt sie für viele Gäste zubereiten und mit Brot servieren. 

Save the best for last

Einer von wirklich ganz ganz vielen Höhepunkten des Lagerfeuer-Kochkurses war sicherlich das Spanferkel, was seit dem Morgen direkt neben dem Feuer gegrillt wurde. Am Abend war es dann Zeit für den letzten Schliff und die am Morgen eingeschnittene Haut wurde jetzt wenige Zentimeter über dem Feuer aufgeknuspert. Hierzu wird das Spanferkel auf seinem Spieß mit der Haut zum Feuer von 2 Personen waagerecht gehalten. Danach haben wir es zusammen tranchiert und durften uns alle am köstlichen Geschmack erfreuen.

Nach dem Kurs

Nachdem der Kurs dann offiziell beendet ist kommt der feierliche Teil. Carsten überreicht jedem der Teilnehmer eine Urkunde und ein Abzeichen. Jeder Teilnehmer darf sich ab diesem Zeitpunkt offiziell Lagerfeuer-Chefkoch nennen. Ab diesem Zeitpunkt geht der Kurs dann nahtlos in ein gemütliches Beisammensein über. Bei dem ein oder anderen Bier wird dann der Tag noch einmal besprochen. Um 22 Uhr hat Carsten dann den Zapfenstreich auf dem Jagdhorn geblasen und damit einen wunderbaren Tag würdig beendet.

Unser Fazit

Ihr habt es vielleicht beim Lesen schon gemerkt. Der Lagerfeuer-Kochkurs war der mit großem Abstand beste Koch- / Grillkurs, den wir jemals besucht haben. Es gab von unserer Seite aus nicht einen Punkt, den wir verbessern würden. Der Kochkurs ist so toll aufgebaut, jedes Zahnrad greift ins nächste und auch didaktisch ist der Kurs wunderbar aufgebaut. 
Carsten hat ein unglaublich tolles Team um sich herum aufgebaut! 
An dieser Stelle möchten wir uns bei Carsten und seinem kompletten Team bedanken. Also vielen Dank für einen unvergesslichen Tag und einen unglaublich tollen Kurs an Carsten, Michael, Torsten und Harri!

Jeder von Euch, der sich auch nur ein wenig für das Kochen und für Lagerfeuer interessiert, der MUSS einen Lagerfeuer-Kochkurs bei Carsten Bothe besuchen. 

Falls Ihr nun auf den Geschmack gekommen seid: Hier ist der Link zur Homepage von Carsten Bothe:

Lagerfeuer-Kochschule 

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