Traeger Ranger Pelletgrill

Traeger Ranger Pelletgrill

Die Geschichte, wie wir zu unserem Traeger Ranger Testgerät gekommen sind beginnt mit einem schönen Zufall. Vor einiger Zeit waren wir beim Eastside-Festival von 360 Grad BBQ in Frankfurt. Dort gab es neben dem wirklich tollen und großen Grillshop auch Stände von nahezu allen namhaften Grillherstellern. Dort wurden die verschiedenen Grills uns allerlei Zubehör vorgestellt und es wurde natürlich direkt vor Ort auch live gegrillt.

Wir waren zuerst im Laden selbst und dort ist er uns schon aufgefallen: Der kleine handliche Aktenoffer, der wenn man ihn aufmacht ein Pelletgrill aus dem Hause Traeger ist. Der Ranger ist erst kurze Zeit auf dem Markt.
Frank hat, seitdem der Traeger Timberline vorgestellt wurde, eine besondere Beziehung zu den Grills aus dem Hause Traeger. Der einzige und wichtige Grund keinen Pelletgrill zu kaufen war der vorhandene Fuhrpark an Grills. Daher siegte bisher stets die Vernunft über die wirklich starken „Will ich haben“ Gedanken. 

Nun stand der Ranger also vor uns im Laden und lachte uns an. „So einer wäre schon schön und vor allem so praktisch, wenn wir mal nur zu zweit Grillen wollen.“ Wir standen bestimmt 10 Minuten vor dem Ranger und haben ihn ausführlich inspiziert.
Aber auch hier siegte die Vernunft über den starken Kaufimpuls und wir sahen uns weiter im Laden um.

Nach dem Shop selbst haben wir uns dann das Außengelände angesehen und Halt bei verschiedenen Herstellern gemacht. Am Stand von Traeger standen dann natürlich auch unter Anderem zwei Ranger. Die wurden von Nils und Sebastian befeuert und es gab einiges an Leckereien zum Probieren.

Nachdem wir Nils den halben Bestand an geräucherten Nüssen weggegessen haben, kam er auf die wirklich grandiose Idee uns einen Ranger als Testgerät zur Verfügung zu stellen. Wir haben natürlich sofort zugesagt und berichten Euch nun, wie sich der Traeger Ranger in der Praxis bei uns geschlagen hat.

Vor dem Test möchten wir noch anmerken, dass wir von Traeger für diesen Test kein Geld erhalten und der Testbericht neutral und objektiv ist, so wie Ihr es von uns gewohnt seid.

Hard Facts / Harte Fakten

Kommen wir zuerst einmal zu den nackten Zahlen des Traeger Ranger:

Maße:
Höhe:      33 cm
Breite:     53 cm
Tiefe:       51 cm
Gewicht: 27 kg
Leistung: 5,7 kW

Die Grillfläche beträgt 1.187 cm² und ist ausreichend um 2-4 Leute zu begrillen. Ihr könnt 3,63 kg Pellets in die Pelletkammer füllen. Mit so einer Füllung kommt der Ranger gut und gerne 8-10 Stunden aus (bei einer eingestellten Temperatur von 100-110 Grad).
Zum Betrieb des Rangers braucht Ihr eine 220V Steckdose.

Der Temperaturbereich des Rangers liegt zwischen 75 Grad Celsius und 230 Grad Celsius. Die Maximaltemperatur hat der Ranger in unserem Test nach ca. 10 Minuten erreicht.

Der Ranger verfügt über zwei Scharnierverschlüsse und einen stabilen Griff, sodass Ihr den Grill auch als handlichen Koffer mit Euch herumtragen könnt. Das Krafttraining macht Ihr dabei (der Ranger wiegt 27 kg) gleich mit.

Wie funktioniert eigentlich so ein Pelletgrill?

Die Funktionsweise bei Pelletgrills ist nahezu immer die gleiche. Aus einer Pelletkammer werden zum Erreichen der vorher eingestellten Temperatur die Pellets mittels einer Förderschnecke in die Brennkammer eingebracht und dort über das integrierte Zündsystem zum Glühen gebracht. Sobald die Pellets gezündet haben, wird das Feuer durch einen Ventilator geschürt und die Hitze und der Rauch werden gleichmäßig im Garraum verteilt. Die Hartholzpellets liefern also gleichzeitig Wärme und Rauch.

Was für Pellets kann ich zum Befeuern eines Pelletgrills verwenden?

Zuerst einmal bitte nur Hartholzpellets, ohne Zusätze. Die Pellets müssen lebensmittelecht sein. Experimente sollte man hier schon aus gesundheitlichen Gründen unterlassen. Traeger bietet verschiedene Pelletsorten aus 100% Hartholz an. Aktuell gibt es die Pellets aus den folgenden Hölzern:
Hickory, Apfel, Kirsche, Erle, Eiche, Pecanuss, Mesquite und Ahorn. Daneben gibt es aktuell auch verschiedene Säcke mit Mischungen. Die Wahl der Pellets hat ganz klar Auswirkungen auf den späteren Geschmack der Speisen. So sollte ein Fisch nicht unbedingt mit Hickorypellets geräuchert werden, da das Raucharoma der beiden Sorten sehr stark ausgeprägt und intensiv ist. Umgekehrt braucht ein Brisket ein stärkeres Raucharoma als zum Beispiel Apfelpellets liefern. 

Die Handhabung

Die Temperatursteuerung erfolgt vollautomatisch, Ihr könnt am Bedienpanel die Temperatur in 5-Grad-Schritten selbst einstellen und sobald Ihr auf den roten Ignite (Zündung) Knopf drückt, legt der Ranger selbstständig und vollautomatisch los. Gemessen wird die Temperatur im Garraum über eine fest installierte Sonde einmal pro Sekunde. Eine zweite Sonde könnt ihr bei Bedarf in Euer Fleisch stecken und am Ranger anschließen, dann wird Euch auf Knopfdruck auch die Kerntemperatur angezeigt. So wird der Longjob zum Kinderspiel!
Der Ranger produziert wirklich nur ganz wenig Asche. In der Bedienungsanleitung ist angegeben, dass man alle 20 Betriebsstunden die Asche aussaugen soll. Wir haben das mittlerweile ein paar Mal gemacht und es ist wirklich einfach. Statt den Traeger auszusaugen haben wir die Asche mit einer großen Grillspachtel aufgenommen und in unseren Ascheeimer entsorgt.

Kann ein Pelletgrill mehr als Räuchern?

Diese Frage können wir mit einem ganz klaren JA mit Ausrufezeichen beantworten. Mit dem Ranger könnt Ihr im Niedrigtemperaturbereich super Räuchern, genau so gut aber auch bei 200 Grad das klassische „Steak und Würstchen“ Flachgrillen betreiben. Durch die bereits mitgelieferte gusseiserne Platte könnt Ihr ein Rindersteak mit einer leckeren Kruste versehen, oder mit Spiegelei, Bacon und Pancakes ein klassisch amerikanisches Frühstück zubereiten.

Mit dem Traeger Ranger habt Ihr also nicht nur einen kleinen und mobilen (Stromanschluss vorausgesetzt) Smoker, sondern einen vielseitig einsetzbaren und mobilen Pelletgrill am Start.

Was haben wir alles auf dem Ranger gemacht?

Sollen wir Euch das wirklich alles aufzählen? Na gut, begonnen haben wir direkt am ersten Tag (Nils hat uns den Ranger netterweise direkt bis nach Hause gebracht) mit Armadillo Eggs und Maiskolben. Die Armadillo Eggs haben wir zuerst bei 120 Grad für 90 Minuten geräuchert, dann mit einer BBQ-Sauce glasiert und ihnen dann nochmal bei 160 Grad für 15 Minuten ein Finish verpasst. Die Maiskolben kamen in dieser Phase mit auf den Ranger. Der Rauchring war bei den Armadillo Eggs deutlich zu sehen und der Geschmack war richtig gut.

Nachtisch / Snack

Direkt am nächsten Tag ging es dann mit einer Nussmischung weiter. Die haben wir ja bei Nils am Stand schon probieren können und wollten unbedingt unsere eigenen rauchigen Knabbernüsse machen. Die Nussmischung haben wir mit Ahornsirup und dem Traeger Pork and Poultry Rub verfeinert und dann für ca. eine Stunde bei 95 Grad geräuchert. Das Ergebnis ist einmalig, probiert es selbst aus und Ihr werdet begeistert sein!

Longjob

Am dritten Tag war dann der erste Longjob angesagt. 2,5kg Schweinenacken sollten im Ranger zu einem leckeren Pulled Pork werden. Nach 11 Stunden bei 110 Grad war es dann soweit. Der Nacken hatte 91 Grad und der Test mit der Temperatursonde zeigte, dass wir diese ganz leicht ins Fleisch stecken konnten und auch ganz leicht wieder entfernen konnten. Durch die praktische Warmhaltefunktion (das Fleisch wird durch einen einfachen Knopfdruck bei knapp 80 Grad warmgehalten) konnten wir den Nacken direkt auf dem Ranger lassen und nach einer Stunde rausholen und pullen.
Die Pelletkammer war trotz der insgesamt 12 Stunden Betrieb nicht komplett leer und der Räucherrand des Pulled Pork kann sich wirklich sehen lassen. 

Chicken

Das nächste Projekt war ein ganzes Hähnchen und wir wollen den Ranger ja wirklich neutral bewerten und nicht einfach so ins Schwärmen geraten. Aber der Ranger hat auch das Hähnchen super gegart. Es war saftig, hatte eine tolle Rauchnote und einfach nur lecker!

Fisch

Danach stand ein Lachsfilet auf dem Plan. Das haben wir in  einer selbstgemachten Teriyaki-Sauce mariniert und dann auf dem Ranger bis zu einer Kerntemperatur von 51 Grad gegrillt. Hier hat uns der integrierte Kerntemperaturfühler sehr geholfen. In den Lachs gesteckt und das andere Ende in die Buchse an der Front des Rangers und schon konnten wir die Kerntemperatur einfach am Display ablesen.

Eat more chicken

Nach dem Lachs ist vor dem Geflügel. Der nächste Tag brachte die nächste Grillaufgabe für den kleinen Ranger und die hieß Pollo fino im „Jamaican Jerk Style“ mit leckeren Maiskolben. Das Raucharoma hat wunderbar zur Marinade der Pollo finos gepasst und die waren zart und saftig. Ein voller Erfolg!

Steak

Nachdem der Ranger alle bisherigen Aufgaben spielend gemeistert hatte, wollten wir es wirklich wissen und haben uns ein Flanksteak geholt. Kann der Pelletgrill aus dem Hause Traeger auch quick and hot? Die miteglieferte gußeiserne Grillplatte passt genau auf den Grill. Wir haben den Grill auf die maximal mögliche Temperatur von 230 Grad eingestellt und haben den Grill ca. 20 Minuten aufheizen lassen. Das Flanksteak drauf, 2,5 Minuten von jeder Seite und dann noch kurz ruhen lassen. Auch diese Disziplin hat der Traeger mit Bravour gemeistert. 

Fazit:

Mit dem Ranger hat die Firma Traeger den großen Pelletgrill genommen, ihn auf ein Aktenkoffermaß geschrumpft und es geschafft, dass die Käufer dabei keine wirklichen Qualitätseinbußen gegenüber den großen Brüdern hinnehmen müssen. Die Grillfläche reicht locker für 2-4 Personen aus und der Traeger ist innerhalb von 10 Minuten auf 230 Grad hochgejagt. Einen Schweinenacken mit 3 kg bekommt Ihr darauf ebenso gepackt, wie Ribs (hochkant), oder Steaks. Für uns ist der Traeger eine absolute Bereicherung und ein Alleskönner. Er kann low and slow ebenso wie quick and hot.  

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